Waldhausen

Oder auch der Stadtteil wo sich Gerhard Schröder und Christian Wulf „Gute Nacht“ sagen. Ein Wohngebiet der Überraschungen und Anekdoten.

Gleich zu Beginn sind hiermit schon zwei der berühmtesten Bewohner des beschaulichen Stadtteils in der Leibniz-Stadt Hannover genannt. Nicht ohne Grund haben diese beiden Persönlichkeiten hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden.

Blick in die Linzer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
Blick in die Linzer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
 

Idyllisch gelegen zwischen dem Maschsee, dem Engesohder Stadtfriedhof, der Eilenriede und zwei Bahnstrecken, ist der Stadtteil geprägt von seiner Altbausubstanz und seinen Villen. Dadurch gehört Waldhausen nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den teuersten Wohngebieten in der Leibniz-Stadt Hannover.

Blick von der Güntherstraße
Blick von der Güntherstraße
 

Waldhausen ist mit seinen ca. 2.100 Einwohnern der erste Villenvorort der Leibniz-Stadt Hannover und wurde 1907 mit anderen Stadtteilen eingemeindet. Die Bebauung ist stark geprägt durch den Jugendstil, während die Erstbebauung ab etwa 1870 nur noch in abgeänderter Form vorhanden ist. Durch die frühzeitige Anbindung an die Pferdebahnlinie Steintor- Döhrener Turm erlangte der Stadtteil eine wichtige Verkehrsanbindung, die auch heute noch gegeben ist.

Villa in der Güntherstraße aus Blickrichtung Hildesheimer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
Villa in der Güntherstraße aus Blickrichtung Hildesheimer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
 

Ein weiterer prominenter Bewohner des Stadtteils war der Merz-Künstler Kurt Schwitters, dessen Wohnhaus in der Waldhausenstraße wurde zu einem MERZbau umgestaltet. In Folge der alliierten Luftangriffe wurde das Haus zerstört und in variierter Form wieder aufgebaut.

Das Kurt Schwitters Haus. Nach dem Krieg wieder aufgebaut in der Waldhausenstraße. Copyright: Dieter Bohlen
Das Kurt Schwitters Haus. Nach dem Krieg wieder aufgebaut in der Waldhausenstraße. Copyright: Dieter Bohlen
 

Namensgeber für einen der schönsten Straßenzüge der Leibniz-Stadt Hannover, der Güntherstraße in Waldhausen, war Günther Wagner, der Gründer der Pelikan Werke, der hier als einer der ersten ein Haus errichtete.

Impression aus der Güntherstraße. Copyright: Dieter Bohlen
Impression aus der Güntherstraße. Copyright: Dieter Bohlen
 

Neben den wunderschönen Gebäuden hat Waldhausen auch einiges mehr zu bieten. Überraschend ist der Döhrener Turm, der den Namen des Nachbarstadtteils führt, in Waldhausen gelegen. Heute steht er mittig der Hildesheimer Straße.

Im Jahr 1355 wurde der Döhrener Turm als Teil der Landwehr erbaut und 1486 nach dem Überfall der Herzogs Heinrich des Älteren niedergebrannt. Hier ranken sich die Gerüchte, dass die sieben Besatzungsmitglieder bei lebendigem Leibe verbrannten und der Name Spartaner entstand, nach denen auch im Stadtteil Döhren eine Straße benannt ist.

Der Döhrener Turm in Waldhausen.
Der Döhrener Turm in Waldhausen.
 

Nach dem Brand wurde der Turm wieder aufgebaut. In den 1820ern wurde der Bau erweitert und entwickelte sich zu einer Kaffeewirtschaft. Leider wurde der Anbau 1937 abgerissen. Durch den Krieg wurde der Turm beschädigt und erst in den 1970ern restauriert.

Verkehrsanbindung perfekt. Der Döhrener Turm steht direkt neben den Gleisen auf einer Insel inmitten der Hildesheimer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
Verkehrsanbindung perfekt. Der Döhrener Turm steht direkt neben den Gleisen auf einer Insel inmitten der Hildesheimer Straße. Copyright: Dieter Bohlen
 

Ein anderes schönes Bauwerk hat die Zeit nicht überlebt. Die Villa Willmer oder auch bei den Hannoveranern als Tränenburg bekannt. Woher der Name Tränenburg letztlich herrührt, ist nicht nachgewiesen, doch gibt es zwei Theorien. Die eine besagt, dass der Ziegeleibesitzer Friedrich Willmer seine Arbeiter sehr hart behandelte und sie unter Tränen arbeiteten, die andere, dass er die Handwerker die für den Bau bestellt waren, so weit im Preis drückte, dass ihnen die Tränen kamen. Letztlich wurde das Gebäude nach den Zerstörungen des Krieges von den Erben an die Leibniz-Stadt Hannover verkauft und die Tränenburg  fiel 1971 dem Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht zum Opfer. Heute befindet sich an der Stelle ein Parkplatz, auf dem Teil des Parks wurden Häuser errichtet.

Der Standort der ehemaligen Tränenburg. Da kommen mir die Tränen. Aber ein toller Parkplatz. Copyright: Dieter Bohlen
Der Standort der ehemaligen Tränenburg. Da kommen mir die Tränen. Aber ein toller Parkplatz. Copyright: Dieter Bohlen
 

Gegenüber des Döhrener Turms befindet sich das Restaurant „Vier Jahreszeiten“ mit seinem Biergarten. Hier ist der Treffpunkt für Südstädter, Waldhausener, Döhrener, aber auch für Spaziergänger und Radfahrer. Idyllisch am Rande der Eilenriede gelegen, laden der Biergarten und das Restaurant ein, gutbürgerlich zu essen und zu trinken.

Blick vom Döhrener Turm über die Hildesheimer Straße auf den Biergarten des Restaurants Vier Jahreszeiten. Copyright: Dieter Bohlen
Blick vom Döhrener Turm über die Hildesheimer Straße auf den Biergarten des Restaurants Vier Jahreszeiten.  Copyright: Dieter Bohlen
 

Überquert man die Hildesheimer Straße Richtung Westen, ist es nur noch ein kurzer Weg zum Maschsee. Nach einigen Metern trifft man zwischen den Häusern und dem Engesohder Friedhof auf ein höher gelegtes Rondell. Hier befindet sich der Arthur-Menge-Brunnen, dessen Interpretation jedem selber überlassen wird.

Betrachtet man die Verkehrsanbindung, so ist Waldhausen sehr gut ausgestattet. Neben den Straßenbahnlinien auf der Hildesheimer Straße, einem fantastischen Wegenetz durch die Eilenriede, dem kurzen Weg zum Maschsee verfügt Waldhausen auch über eine sehr gute Anbindung an das Straßennetz. Nur nach wenigen Metern ist man auf dem Südschnellweg, von dem man meist ohne Probleme schnell zu den Autobahnen, sowie zum Messe- als auch zum Westschnellweg gelangt. Die Hildesheimer Straße als Ausfallstraße Richtung Laatzen oder auch in die Stadtmitte bieten alle Möglichkeiten. Wer mit dem Fahrrad fahren möchte, dem stehen nicht nur die Fahrradwege an der Hildesheimer Straße zur Verfügung, sondern man hat eine große Auswahl an Wegen in die Stadt oder die Peripherie.


Die Karte zeigt die Leibniz-Stadt Hannover. Abgedunkelt ist der Stadtteil Waldhausen.
Die Karte zeigt die Leibniz-Stadt Hannover. Abgedunkelt ist der Stadtteil Waldhausen.

Weitere Eindrücke zu "Waldhausen":

Eine Grabtafel am Rondell des Arthur-Menge-Brunnens. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Eine Grabtafel am Rondell des Arthur-Menge-Brunnens. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf die Adolf-Ey-Straße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf die Adolf-Ey-Straße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
der Landwehrgraben an der Adolf-Ey-Straße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
der Landwehrgraben an der Adolf-Ey-Straße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf den Kärtner Platz. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf den Kärtner Platz. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Villa in der Güntherstraße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Villa in der Güntherstraße. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf den Engesohder Friedhof. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen
Blick auf den Engesohder Friedhof. Copyright: Dieter Mosbach-Bohlen


Artikel "Waldhausen" (Artikel-ID: 294) wurde geschrieben am 13.6.2014, zuletzt geändert am 16.7.2014, Autor: Dieter Bohlen