Wülferode – das Dorf hinterm Berg

Wülferode ist der kleinste und südlich gelegenste Stadtteil der Leibniz-Stadt Hannover. Nicht einmal 1.000 Einwohner zählt dieses idyllische kleine Dorf gleich hinter dem Kronsberg, einer der höchsten Erhebungen Hannovers. Die gebürtigen Wülferoder sind sehr stolz auf ihr kleines Einod, ein Zugezogener bleibt ein Zugezogener, auch nach 50 Jahren noch. Erst 1974 wurde Wülferode ein Stadtteil von Hannover, aber für die Wülferoder bleibt es das Dorf hinter dem Berg. Wodurch Wülferode bekannt wurde, ist die Autobahnraststätte an der A7, die gottlob aber etwas außerhalb der Wohnungsbebauung liegt und keine Lärmbelästigung darstellt. Durch Wülferode führt eine einzige Straße, die Bockmerholzstraße. Es gibt nur drei Wege rein und raus, der eine führt nach vier Minuten Fahrt durch das Bockmerholz zur A7 oder per Schnellweg nach Laatzen, der zweite zur Kronsbergsiedlung. Der dritte führt über eine kleine Landstraße durch die Felder direkt nach Laatzen, wo sich u.a. das Leine-Center befindet.

Hohe Wohnqualität im Grünen

Die Wohnqualität in Wülferode ist sehr hoch, denn das kleine Dorf in der Stadt ist umrahmt von Naturschutzgebieten, dem Bockmerholz, dem Gaim und dem Kronsberg, der anlässlich der EXPO 2000 renaturalisiert und unter Naturschutz gestellt wurde. Es werden in Wülferode nur sporadisch wenige Bauplätze vergeben. Die Optik im Ortskern wird durch die vielen Backstein- und Fachwerkgebäude - von denen so einige unter Denkmalschutz gestellt wurden -  geprägt, weitgehend aus der landwirtschaftlichen Nutzung. Bis heute gibt es in Wülferode einen aktiven Landwirt, der mit seinem Traktor rum tuckert und die Felder bewirtschaftet. Auch die 1756 errichtete Kapelle im alten Dorfkern, deren Glocke aus dem Jahre 1644 stammt, ist als Fachwerkgebäude gebaut worden und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Wohin man schaut: Wülferode ist grün und ländlich
Wohin man schaut: Wülferode ist grün und ländlich

Wülferoder sind Vereinsmeier

Die dörfliche Gemeinschaft ist den Wülferodern wichtig. In diesem winzigen Stadtteil gibt es fünf Vereine, über zwei Drittel der Bürger sind dort Mitglied. Die freiwillige Feuerwehr, die Bürgergemeinschaft, der Kita-Träger, der Sportverein (http://www.tsv-wuelferode.de) und der Gesangsverein. Ansonsten ist das Angebot in Wülferode eher mager, es gibt keine Nahversorgung. Allerdings ist der Stadtteil Kronsberg, aus dem Boden gestampft zur EXPO 2000, nur 1,5 Kilometer entfernt – über den Berg halt. Dort gibt es alles, was man zum Leben braucht. Mit dem Auto oder dem Bus ist es kein Problem dort hin zu kommen, aber mit dem Fahrrad ist der Anstieg ganz schön mühselig, hält aber fit.

Die kürzeste Theke der Welt

Besonders erwähnenswert ist die mutmaßlich kürzeste Theke der Welt, wie die Wülferoder behaupten. Sie misst nicht einmal zwei Meter, versorgt aber die durstigen Kehlen der zumeist heimischen Besucher zuverlässig. Der Betreiber des „Gasthauses von Horn“ muss der Highlander sein, als ich (der Autor) 1996 nach Wülferode zog, war er schon uralt. Bis heute steht der ehemalige Landwirt hinter seiner kleinen Theke und zapft in aller Ruhe die Biere.

Legendär: Das Gasthaus Wilhelm von Horn
Legendär: Das Gasthaus Wilhelm von Horn

Schulen gibt es viele in der Nähe

In der ehemaligen Dorfschule befindet sich ein kleines Heimatkundemuseum, betrieben von der Bürgergemeinschaft Wülferode (http://www.buergergemeinschaft-wuelferode.de). In der Schule selbst haben die Vereine ihr Zuhause, gleich nebenan ist die freiwillige Feuerwehr (http://www.ff-wuelferode.de). Das gesellschaftliche Leben findet in Wülferode rund um die Schule statt – oder im Gasthaus von Horn. Nur 50 Meter weiter findet man die „Wülferoder Zwerge“, die dorfeigene Kita. Wülferode ist durch eine Buslinie angebunden. In nur zwei bis drei Stationen Entfernung befindet sich eine große Kita, die Grundschule, die Gesamtschule und die Realschule. Nach zwei Stationen mit dem Bus steigt man in die Stadtbahnlinie 6 „Messe Süd“ um und ist entweder in 5 Minuten auf dem Messegelände oder in der anderen Richtung in ca. 20 Minuten in der Innenstadt Hannovers.

Die Kapelle im alten Ortskern von 1756
Die Kapelle im alten Ortskern von 1756

Wulff - Wülfingerode - Wülferode

Wülferode ist übrigens nach der Sippe der Wulff aus den Zeiten der Rodung im 14. Jahrhundert benannt und hieß früher Wülfingerode. Die kleine Kapelle wurde in Büchern erstmals 1474 erwähnt. Allerdings wurde sie im Jahre 1756 neu errichtet.

In Wülferode kann man sehr gut wohnen

Mein Fazit: In Wülferode kennt jeder jeden, Wülferode hat eine extrem hohe Wohnqualität, die sich allerdings auch bei den Grundstückspreisen bemerkbar macht. Für Menschen, die es ländlich mögen, aber nicht aufs Land ziehen wollen, ist Wülferode geradezu die perfekte Wahl.


Die Karte zeigt die Leibniz-Stadt Hannover. Abgedunkelt ist der Stadtteil Wülferode.
Die Karte zeigt die Leibniz-Stadt Hannover. Abgedunkelt ist der Stadtteil Wülferode.

Weitere Eindrücke zu "Wülferode – das Dorf hinterm Berg":

Der Blick über das Feld auf den Friedhof Wülferode
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Die Bockmerholzstraße führt nach wenigen Minuten direkt zur A7
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Der südlichst gelegenste Ortseingang der Leibniz-Stadt Hannover
Der südlichst gelegenste Ortseingang der Leibniz-Stadt Hannover
Die Feuerwache der freiwilligen Feuerwehr Wülferode
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Die Wülferoder Zwerge - die dorfeigene Kita für ca. 10-15 Kinder
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Resthof in Wülferode
Resthof in Wülferode
Ein süßer Hinterhof auf dem Grundstück eines Resthofes
Ein süßer Hinterhof auf dem Grundstück eines Resthofes
Restauriertes Fachwerkhaus: Die Miet-Suite
Restauriertes Fachwerkhaus: Die Miet-Suite
Die Kapelle im alten Ortskern von 1756
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Der Schlauchturm der Feuerwehr Wülferode
Der Schlauchturm der Feuerwehr Wülferode
Direkt am Friedhof: Der Gedenkstein für die Kriegstoten
Direkt am Friedhof: Der Gedenkstein für die Kriegstoten
Der Wülferoder Friedhof
Der Wülferoder Friedhof
Der Blick auf Wülferode vom Kronsberg aus
Der Blick auf Wülferode vom Kronsberg aus
Ländliche Idylle pur: Wülferode
Ländliche Idylle pur: Wülferode
Die Landstraße nach Laatzen
Die Landstraße nach Laatzen
Legendär: Das Gasthaus Wilhelm von Horn
Legendär: Das Gasthaus Wilhelm von Horn
Die Hauptstraße von Wülferode, die Bockmerholzstraße
Die Hauptstraße von Wülferode, die Bockmerholzstraße
Schleichweg nach Wülferode
Schleichweg nach Wülferode


Artikel "Wülferode – das Dorf hinterm Berg" (Artikel-ID: 265) wurde geschrieben am 6.6.2014, zuletzt geändert am 10.7.2014, Autor: Andreas Stein