Georgengarten

Im Gegensatz zum Großen Garten und dem Berggarten liegt der Georgengarten im Stadtteil Nordstadt der Leibniz-Stadt Hannover. Im Jahr 1700 begann der hannoversche Hof seine Landsitze in der Leinemasch zu errichten. Um die Altstadt Hannovers mit dem Schloss Herrenhausen zu verbinden, entstand eine vierreihige Allee, die Herrenhäuser Allee. Die Allee bestand aus drei Wegen, deren mittlerer lediglich für die Kutschen vorgesehen war.

Herrenhäuser Allee Copyright Dieter Bohlen
Herrenhäuser Allee Copyright Dieter Bohlen
 

Nach dem Kauf des Geländes durch Graf Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn erhielt der Garten zuerst den Namen Wallmodengarten.  In diese Zeit fällt auch der Bau des Wallmodenschlosses, welches fortan die Kunstsammlungen beherbergte.

Fußweg der Herrenhäuser Allee Copyright Dieter Bohlen
Fußweg der Herrenhäuser Allee Copyright Dieter Bohlen
 

Ab 1828 wurde der Garten in einen englischen Landschaftspark umgestaltet und die einzelnen Gräben der Gärten wurden zu Teichen vergrößert. Später wurde der Garten nach Georg dem IV von Hannover in Georgengarten umbenannt. Diesen Namen trägt er bis heute.

Wilhelm-Busch- Museum Copyright Dieter Bohlen
Wilhelm Busch Museum Copyright Dieter Bohlen
 

Das Wallmodenschloss wurde in Georgenpalais umbenannt, heute ist es als Wilhelm Busch Museum bekannt und durchaus einen Besuch wert. Die Gründung des Museums geht auf das Jahr 1937 zurück. Im Bestand ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Werken Wilhelm Busch, sowie eine ebenso bedeutende Sammlung satirischer und kritischer Kunst unter anderem von Francisco de Goya, Honore Daumier und Tomi Ungerer, um nur einige zu nennen. Übrigens heißt dieses Museum offiziell „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst“ – was dem Hannoveraner aber völlig schnuppe ist.

Somit ist der Georgengarten nicht nur ein Landschaftsgarten nach englischem Vorbild, sondern bietet auch Kulturbeflissenen, die die Leibniz-Stadt Hannover besuchen, ein sehr schönes und interessantes Ziel in mitten der Herrenhäuser Gärten.

Plakat vor dem Wilhelm-Busch-Museum
Plakat vor dem Wilhelm Busch Museum
 

In unmittelbarer Nähe des Wilhelm Busch Museums, befindet sich die Stallanlage, die von Laves gestaltet wurde und auch noch heute als Stallung dient. An den Wochenenden haben Besucher die Möglichkeit sich von einer Kutsche durch den Georgengarten fahren zu lassen. Am Ende der Herrenhäuser Allee, in der Nähe der Informationsstände der Herrenhäuser Gärten, warten die Kutscher auf ihre Fahrgäste. Wer einmal herrschaftlich entspannt den Georgengarten genießen und ohne große Anstrengung sehen möchte, dem sei eine solche Kutschfahrt angeraten.

Um den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz zu ehren, wurde in der Mitte des Gartens der Leibniz-Tempel aufgestellt. Auf einer leichten Anhöhe, direkt am Teich gelegen kommt der Tempel im Georgengarten sehr schön zur Geltung und lädt zum Verweilen ein. Ursprünglich war der Tempel auf dem Waterlooplatz, Ende des 18. Jahrhunderts, errichtet worden, fand dann aber 1937 seinen Weg in den Georgengarten.

Leibniz Tempel
Leibniz Tempel
 

Gottfried Wilhelm Leibniz. Welcher Frevler dem letzten Universalgelehrten die Nase zerstört hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Copyright: Dieter Bohlen
Gottfried Wilhelm Leibniz. Welcher Frevler dem letzten Universalgelehrten die Nase zerstört hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Copyright: Dieter Bohlen

Neben den genannte Argumenten den Georgengarten zu besuchen, spricht auch weiteres für den Besuch.

Impression vom Georgengarten  Copyright Dieter Bohlen
Impression vom Georgengarten  Copyright Dieter Bohlen
 

Der Park lädt nicht nur aufgrund seiner Vegetation zum Flanieren ein, sondern bietet auch die Möglichkeit zum Inline-Skaten, Joggen und Entspannen. Die Allee ist Treffpunkt für Boule Spieler, die Wiesen laden zum Fußball-, Frisbee spielen oder zum Grillen ein. Der Georgengarten ist einfach dazu angetan, dass  Leben zu genießen und nach dem Besuch der anderen Gärten, einen Kontrast zu finden und die Seele baumeln zu lassen. Im Vergleich zu dem barocken Großen Garten, wirkt der als Landschaftspark konzipierte Georgenarten geradezu natürlich. Für Fotografen, Maler und andere Kreative, bieten sich mannigfaltige Motive.

Der Obelisk im Georgengarten
Der Obelisk im Georgengarten
 

Auch Studenten des Gartenbaus, der Landschaftsplanung, Biologen, Philosophen und andere Geisteswissenschaftler oder Interessierte, finden hier Raum und Platz um sich dem Schönen dieses Gartens hinzugeben und seinem Charme zu verfallen.

Die Augustenbrücke
Die Augustenbrücke
 

Augustenbrücke Copyright: Dieter Bohlen
Augustenbrücke Copyright: Dieter Bohlen
 

Somit wäre jetzt der Spaziergang durch die Herrenhäuser Gärten der Leibniz-Stadt Hannover beendet. Wer jetzt neugierig geworden ist, der möge sich auf den Weg machen und sich alles in Ruhe anschauen.


 


Artikel "Georgengarten" (Artikel-ID: 367) wurde geschrieben am 25.6.2014, zuletzt geändert am 10.7.2014, Autor: Dieter Bohlen