Herrenhäuser Gärten

Wohin gehe ich mit Besuchern zuerst, um ihnen etwas von unserer schönen Stadt zu zeigen? Es ist eine Frage der Zeit, die sie für einen Besuch mitgebracht haben.

Die Herrenhäuser Gärten sind mit Sicherheit ein sehr guter Ausgangspunkt für einen Tagesausflug. Wie schon aus dem Namen zu schließen ist, besteht diese Anlage aus mehreren Gärten, dem Welfengarten und dem Georgengarten in der Nordstadt, sowie dem Berggarten und dem Großen Garten.

Übersichtsplan Herrenhäuser Gärten, Copyright Dieter Bohlen
Übersichtsplan Herrenhäuser Gärten, Copyright Dieter Bohlen

Der Große Garten liegt wie der Berggarten im Stadtteil Herrenhausen und gilt als einer der bedeutendsten Barockgärten auf dem europäischen Festland. Der gesamte Garten umfasst ein Areal von ca. 50 ha und wird durch die Graft eingegrenzt.

Galerie mit Arne-Jacobsen-Foyer
Galerie mit Arne-Jacobsen-Foyer

Dieser wird im Winter, sofern es denn die Temperaturen zulassen, gerne von Schlittschuhläufern genutzt und bietet damit eine kleine Alternative zum Maschsee.

Historisch geht die Entstehung des Großen Gartens auf Herzog Georg von Calenberg zurück, der 1638 im Dorf Höringehusen einen Küchengarten mit dazugehörigen Gebäuden anlegen ließ. Das Dorf wurde im Jahre 1665 in Herrenhausen umbenannt, als der Sohn von Georg die Macht übernahm. Gleichzeitig wurde mit dem Anlegen eines Lustgartens begonnen.

Blick auf die Mauer des Ehrenhofes Copyright Dieter Bohlen
Blick auf die Mauer des Ehrenhofes Copyright Dieter Bohlen

Der Große Garten unterlag in den folgenden Jahren immer wieder Erweiterungen, wobei die große Fontäne, die 1720 fertig gestellt wurde, eine der größten Attraktionen ist und mit Sicherheit auf keinem Foto fehlen darf.

Die Große Fontäne aus Richtung der südlichen Graft
Die Große Fontäne aus Richtung der südlichen Graft

Nach dem Siebenjährigen Krieg 1763 wurde der Garten für Spaziergänge freigegeben, wobei hervorzuheben ist, dass die Freigabe nicht einer Standesordnung unterlag und somit für alle zugängig war.

Fortan unterlag der Große Garten in der Leibniz-Stadt Hannover Veränderungen, Anbauten sowie zahlreichen Wechseln der Besitzverhältnisse.

Im Jahr 1936 kaufte die Stadt Hannover den Großen Garten und es erfolgte nach der Verwilderung des Gartens eine Umgestaltung, wobei die barocke Grundstruktur erhalten blieb.

Blick von der Freitreppe des auf das „Große Parterre“, im Hintergrund die Große Fontäne.
Blick von der Freitreppe des auf das „Große Parterre“, im Hintergrund die Große Fontäne.

Während des Zweiten Weltkrieges ließ die Stadt den Großen Garten verwildern, um den Bomberstaffeln die Orientierung zu erschweren, zeitgleich wurde hier nunmehr Gemüse angebaut.

Nach dem Bombenangriff vom 18.10.1943 wurde der Große Garten mit Bombentrichtern übersäht, sowie das dazugehörige Schloss zerstört.

Gleich nach dem Krieg wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen und der Große Garten der Leibniz-Stadt Hannover etablierte sich schnell zu einem Veranstaltungsort. Bis zum Jahr 1966 waren die Arbeiten nahezu abgeschlossen.

Skulptur im Großen Parterre
Skulptur im Großen Parterre

Die Highlights des Großen Gartens, das, was jeder gesehen haben muss

Das Gartentheater ist eines der wenigen barocken Freilufttheater und erfreut sich auch heute noch über eine rege Nutzung und bietet rund 1000 Sitzplätze. Hauptsächlich finden hier unter freiem Himmel Theateraufführungen statt.

Der Irrgarten ist eine nachgebaute Anlage nach den Plänen von 1674 und lädt zum Verlustieren, Genießen, Entspannen oder Versteckspielen ein, besonders macht Letzteres mit Kindern Spaß.

Die Schwanenteiche sind vier quadratische, flache Teiche, deren Ursprung auf zwei Fischteiche zurückgeht.  Die Teiche sind mit kleinen Fontänen sowie einer Beleuchtung ausgestattet.

Die Sondergärten sind thematisch gestaltet. Insgesamt sind es acht mit folgenden Themen: Springwassergarten, Niederdeutscher Blumengarten, Barockgarten, Rokokogarten, Inselgarten, Renaissancegarten, Rasengarten sowie der Niederdeutsche Rosengarten.

Niederdeutscher Rosengarten mit Pavillon Copyright Dieter Bohlen
Niederdeutscher Rosengarten mit Pavillon Copyright Dieter Bohlen

Die Große Fontäne befindet sich in der Mitte der südlichen Hälfte des Großen Gartens und ist mit Sicherheit ein Zuschauermagnet. Sie erreicht bei guten Bedingungen eine Höhe von bis zu 81 m.

Die Eckpavillons, ursprünglich aus Holz errichtet und in den 1750ern durch massive Pavillons ersetzt, markieren die Ausdehnung des Gartens und ermöglichen einen schönen Blick durch die Lindenallee. In den Wandnischen sind Büsten römischer und griechischer Denker eingelassen. Ein wundervoller Ort, um sich der Philosophie zu widmen.

Eckpavillon Im Großen Garten
Eckpavillon Im Großen Garten
 

Die Kaskade befindet sich rechts des Schlosses und ist ein Sandsteinbau. Imposant sind die überlebensgroßen Skulpturen in den Nischen, sowie die Aktfiguren von Venus und Leda.

Kaskade
Kaskade
 

Die Grotte befindet sich auf der linken Seite des Schlosses. Sie zeichnete sich durch die Verbauung von Erzen, Kristallen und Scherben aus. Zuletzt wurde die Grotte zwischen 2001-2003 durch die Künstlerin Niki de Saint Phalle neu gestaltet.

Die Grotte in der Gestaltung von Niki Staint Phalle Copyright Dieter Bohlen
Die Grotte in der Gestaltung von Niki Staint Phalle Copyright Dieter Bohlen
 

Mittel-und Eingangsraum der Grotte
Mittel-und Eingangsraum der Grotte

Der baue Raum der Grotte
Der baue Raum der Grotte
 

Das Kleine Fest im Großen Garten ist ein internationales Kleinkunstfestival, das an verschiedenen Tagen während des Sommers ein weitreichendes Angebot bietet.

Die Illumination findet doppelt in den Sommermonaten an vielen Terminen statt. Unter dem Motto:  „Der Garten leuchtet“ lädt die Veranstaltung zum Lustwandeln zu Händels Wassermusik ein und ermöglicht einen völlig neuen Eindruck des Großen Gartens.

Der internationale Feuerwerkswettbewerb findet 2014 zum 24. Mal statt. Fünf Teams aus fünf Nationen stellen sich an fünf Terminen über den Sommer verteilt dem Publikum und der Jury. Ein Rahmenprogramm vor Beginn des Wettbewerbes rundet die Veranstaltung ab und macht diese zu einem echten unvergesslichen Highlight.

Und wer jetzt noch ein wenig Zeit hat, der folge mir einfach zum nächsten Punkt auf der Reise durch die Herrenhäuser Gärten. Wir verlassen den Großen Garten, überqueren die Straße und betreten nun den Berggarten.

Der Berggarten in den Herrenhäuser Gärten

Bibliotheksgebäude am Berggarten
Bibliotheksgebäude am Berggarten
 


 


Artikel "Herrenhäuser Gärten" (Artikel-ID: 352) wurde geschrieben am 17.6.2014, zuletzt geändert am 10.7.2014, Autor: Dieter Bohlen