Elly Beinhorn

(30. Mai 1907 in Hannover – 28. November 2007)

Einer der berühmtesten deutschen Fliegerinnen stammt aus Hannover. Als  Tochter eines hannoverschen Kaufmanns wuchs sie in bürgerlicher Umgebung auf.

Beginn der Fliegerkarriere

Mit 21 Jahren besuchte Sie einen Vortrag des Fliegers Hermann Kohl, der den Nordatlantik Non Stop überquert hatte. Just hier war es um Elly Beinhorn geschehen. Sie sprach beim Hannoverschen Aeroclub vor, um das Fliegen zu lernen. Da sich das der Präsident des Clubs nicht vorstellen konnte, ging Elly Beinhorn zur Deutschen Luftfahrt GmbH in Berlin und begann ihre Ausbildung dort. Im Juni 1929 schloß Elly Beinhorn die Ausbildung ab. Im Anschluß erwarb sie einen Kunstflugschein und startete auf Flugshows.

Erster Afrikaflug

1931 startete Elly zu einem Alleinflug nach Afrika. Von Berlin Staaken ging es mit der Klemm Kl 25a über Spanien nach Casablanca und Dakar, später auch nach Bissau und zu den Bissagos-Inseln. Beim Rückflug mußte Elly Beinhorn wegen einer gebrochenen Ölleitung in einem Sumpfgebiet im Niger notlanden – damals wie heute sicherlich kein angenehme Situation.

Weltumrundung

Kaum zurück in Deutschland bereitete Elly Beinhorn mit hannoverscher Gründlichkeit ein halbes Jahr  ihren nächsten Coup vor: 1932 machte sie mit einer Weltumrundung im Alleinflug auf sich aufmerksam. Mit einer Klemm Kl26 flog sie von Berlin aus über Istanbul nach  Aleppo und Bagdad. Weitere Stationen der Reise waren Karachi, Kalkutta und der Himalaya. Weiter ging es nach Bangkok, Singapur, Java, Bali, Sydney. Zerlegt wurde die Maschine auf einem Schiff nach Südamerika verschifft. Von Panama aus beflog sie Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien und Brasilien. Mit dem Schiff ging es in der Folge zurück nach Deutschland, wo die inzwischen durch die Presse bekannte Flugamazone mit Begeisterung empfangen wurde.

2.Afrikaflug

Damit nicht genug: Elly Beinhorn plante just schon wieder einen Afrikaflug. Auch die folgende Amerikareise war nicht genug. 1935 unternahm die Enthusiastin einen Rekordflug über zwei Kontinente innerhalb 24 Stunden. Von Berlin aus flog sie mit einer Messerschmidt Bf 108 „Taifun“ nach Istanbul und zurück.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg war es Deutschen zunächst verboten zu fliegen. Trotzdem war Elly Beinhorn mit einem  1951 in der Schweiz erneuerten Flugschein wieder fliegerisch aktiv, zunächst als fliegende Reporterin, später erneut als Kunstfliegerin.

Elly Beinhorn publizierte mehrfach Bücher und drehte Dokumentarfilme über ihre Reisen sowie einen Kurzfilm. Sie  war mit dem bekannten Autorennfahrer Bernd Rosemeyer verheiratet. Dieser verstarb in Folge eines Autorennunfalls nur wenige Jahre nach der Hochzeit. Elly Beinhorn verstarb 100-jährig im Jahr 2007.




Artikel "Elly Beinhorn" (Artikel-ID: 375) wurde geschrieben am 8.7.2014, zuletzt geändert am 9.7.2014, Autor: Ingo Schreiber