Markthalle – der Bauch von Hannover

Einer der beliebtesten Treffpunkte der Leibniz-Stadt Hannover ist die Markthalle. Wer hier nicht regelmäßig ein und aus geht, der ist irgendwie out. Ob morgens der erste Kaffee, mittags ein günstiges Essen, Samstags zum Frühstück oder einfach mal zwischendrin - die Markthalle ist ein sehr zentraler Anlaufpunkt. Sie liegt sehr günstig am Rande der Innenstadt direkt gegenüber des alten Rathauses und hat sogar eine eigene U-Bahn-Station.

Schlicht aber zweckdienlich: Die Markthalle
Schlicht aber zweckdienlich: Die Markthalle

Über 70 Marktstände und gastronomische Stände haben in der Markthalle Platz, die meisten im Erdgeschoss und ein paar auf der Galerie. Neben unzähligen internationalen Ständen, an denen es günstig frisch zubereitete Speisen und Getränke gibt, bieten etliche Händler frische Lebensmittel an, Obst und Gemüse, Käse, Fisch, Fleischwaren, frische Eier vom Bauernhof, Backwaren aller Art, feine Spirituosen, Tee, Rauchwaren und sogar eine kleine Kaffeerösterei bietet frisch geröstete Bohnen an. Es gibt auch einen Friseur in der Markhalle Hannover, ein paar für Hannover so typische Kioske und einen Werksverkauf von Bahlsen, Hannovers berühmte Keksfabrik.

Blick von der Galerie der Markthalle
Blick von der Galerie der Markthalle

Die Markthalle Hannover ist im Grunde heute noch das, als das sie ganz früher mal gedacht war. Eine echte Markthalle zur Versorgung der Hannoveraner mit frischen Lebensmitteln. In anderen Städten gibt es auch sehr schöne „Markthallen“, zum Beispiel die Schrannenhalle in München. Diese ehemalige Getreidehalle am Viktualienmarkt ist zwar nett hergerichtet, aber man findet dort nur hippe Geschäfte und völlig überteuerten Touristen-Mist oder Luxusgüter. Das ist in der Markthalle Hannover ganz anders, denn sie bietet klasse Frischwaren zu fairen Preisen und ein günstiges und leckeres Gastronomieangebot. Nur den Sehen-und-Gesehen-Werden-Faktor haben beiden Markthallen gemeinsam.

Zur Mittagszeit herrscht großer Andrang
Zur Mittagszeit herrscht großer Andrang

Der Begriff „Der Bauch von Hannover“, wie die Markthalle von den Einheimischen genannt wird, kann in zweierlei Hinsicht interpretiert werden. Erstens versorgt die Markthalle tatsächlich den ernährungsbewußten Bürger, und zweitens ist die Markthalle die Kantine der Innenstadt, sowohl am Morgen als auch am Mittag. Da schlägt man sich dort den Bauch voll.

Die Geschichte der alten Markthalle Hannover

Als Hannover im Jahre 1875 mit über 100.000 Bürgern zur Großstadt wurde, konnten die klassischen Märkte unter freiem Himmel die Hygieneanforderungen nicht mehr erfüllen. Daher plante man in Hannover die Errichtung einer überdachten Markthalle, entworfen von Paul Rowald als freitragende Eisen- und Glaskonstruktion mit gemauerten Seitenwänden. Damals wie heute misst die Halle 84 mal 48 Meter und hat damit eine Verkaufsfläche von gut 4.000 Quadratmetern. Während des ersten Weltkrieges wurde die alte Markthalle unterkellert und es wurden große Getreidelager angelegt. Diese sind bis heute erhalten und deshalb steht die neue Markthalle unter Denkmalschutz. Das Eisendach baute übrigens die Hannoversche Firma Eilerswerke und die alte Markthalle war bei ihrer Einweihung am 18. Oktober 1892 der größte Glas- Eisen-Bau des Kaiserreiches.

Die Geschichte der neuen Markthalle Hannover

Und dann geschah es: Am 26. Juli 1943 mittags warfen die Piloten der 8. US-Luftflotte mehrere Fliegerbomben auf unsere schöne alte Markthalle und zerstörten diese fast vollständig. Die Deppen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges ging der Verkauf in der zerstörten Halle trotzdem weiter, aber das war kein guter Zustand. In den 50er Jahren formierte sich daher in der Leibniz-Stadt Hannover eine Bürgerinitiative, die für die Errichtung einer neuen Markthalle kämpfte. Ja, in Hannover sind wir gar nicht so gelassen, wie es von außen ausschaut. Wenn wir uns etwas in den Kopf setzen, dann machen wir das auch. Die Bürgerinitiative sammelte 75.000 Unterschriften und setzte den Bau der neuen Markthalle im Jahre 1954 durch. Der Zweckbau sollte ursprünglich „Neue Halle“ heißen, aber dagegen liefen die Bewohner Hannovers Sturm und es blieb der alte Name „Markthalle“.

Ein Kiosk – sehr typisch für Hannover
Ein Kiosk – sehr typisch für Hannover

Als hannöversches Original der Markthalle gilt „Oma Duhnsen“ (1906-2001). Karoline Duhnsen verkaufte täglich 50 Jahre lang frische Wurst- und Fleischwaren aus dem Schaumburger Land, aus dem sie jeden Tag anreiste. Das ist sportlich. Deshalb errichtete man ihr zu Ehren noch zu Lebzeiten ein Denkmal vor dem Haupteingang der Markthalle Hannover.


 

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Ständig ein dichtes Getümmel
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Alles in der Markthalle ist bodenständig
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Waren, die man sonst schwer findet
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Zur Spargel –Zeit gibt es... richtig: Spargel
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Lecker und gesellig: Die Markthalle
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Beliebt und international: Die Markthalle
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Eine kleine Kaffeerösterei
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Artikel "Markthalle – der Bauch von Hannover" (Artikel-ID: 361) wurde geschrieben am 25.6.2014, zuletzt geändert am 10.7.2014, Autor: Andreas Stein